Im Supermarkt, beim Discounter, im Drogeriemarkt – Katzenstreu gibt es überall, in allen Preislagen. Und weil man irgendwo anfangen muss, greift man anfangs oft einfach zu dem, was gerade im Regal steht oder am günstigsten ist. Das ist verständlich. Aber es gibt Streutypen und -eigenschaften, die im Alltag so konsequent enttäuschen, dass es sich lohnt, sie von vornherein zu umgehen.
Das hier ist keine Markenkritik. Marken ändern ihre Produkte, Rezepturen variieren, und was heute schlecht ist, kann morgen verbessert sein. Es geht um Typen und Merkmale – Dinge, an denen man erkennt, dass eine Streu für die eigene Situation wahrscheinlich nicht gut geeignet ist.
Mineralstreu ohne Klumpeigenschaften
Das ist die Streu, die am häufigsten als erste Wahl endet und am häufigsten enttäuscht. Sie ist günstig, weit verbreitet und sieht aus wie normale Streu. Was sie nicht kann: Urin binden.
Sie saugt Flüssigkeit zwar auf – irgendwie –, aber ohne Klumpen zu bilden bleibt der Urin verteilt in der Streu. Er zersetzt sich offen, produziert schnell Ammoniak und hinterlässt die gesamte Streu feucht und riechend. Ausmisten ist kaum möglich, weil es nichts zum Herausschaufeln gibt. Die einzige Option ist der Komplettwechsel – und der ist bei dieser Streu schnell nötig.
Für Haushalte, in denen Geruch ein Thema ist, ist nicht-klumpende Mineralstreu in den meisten Fällen die schlechteste Wahl. Der Preisvorteil wird durch häufigen Streuwechsel und schlechtere Geruchskontrolle schnell aufgehoben.
Sehr staubige Streu
Staubreiche Streu ist nicht nur ein Lästigkeitsfaktor für den Menschen – sie ist auch ein Problem für die Katze. Katzen atmen tief in die Streu, wenn sie scharren. Feiner Staub gelangt dabei in die Atemwege. Bei langfristiger Exposition kann das zu Reizungen führen.
Staubige Streu erkennt man manchmal schon beim Öffnen der Verpackung: Eine Wolke beim Einfüllen ist ein schlechtes Zeichen. Günstige Bentonitklumpstreu neigt dazu, mehr zu stauben als Produkte mittlerer oder höherer Preisklasse. Das ist ein Qualitätsmerkmal, das nicht immer auf der Verpackung steht – aber im Alltag sofort auffällt.
Stark parfümierte Streu mit intensivem Eigengeruch
Parfümierte Streu mit sehr intensivem Eigenduft klingt nach einer guten Idee: Duft überdeckt Geruch. In der Praxis kehrt sich das oft um.
Der künstliche Duft ist am stärksten, wenn die Streu frisch ist – also bevor irgendein Urin drin ist. Mit zunehmender Nutzung wird der Duft schwächer, während der Uringeruch stärker wird. Das Ergebnis nach einigen Tagen: eine Mischung aus verblassendem Parfüm und Ammoniak, die oft unangenehmer ist als geruchlose Streu allein.
Dazu kommt: Viele Katzen mögen intensive Düfte nicht. Wenn eine Katze das Klo nach dem Wechsel zu einer neuen parfümierten Streu plötzlich meidet, ist der Duft häufig der Grund. Wer eine empfindliche Katze hat, ist mit unparfümierter Streu in der Regel besser beraten.
Billige Klumpstreu mit schlechter Bindekraft
Nicht alle Klumpstreuarten klumpen gleich gut. Günstige Produkte mit grober Körnung oder minderwertigem Bentonit bilden weiche, feuchte Klumpen, die beim Herausschaufeln zerfallen. Was übrig bleibt, sind Urinreste in der Streu, die sich weiter zersetzen.
Man erkennt es beim Ausmisten: Wenn der Klumpen beim Aufheben zusammenbricht, ist die Bindekraft unzureichend. Gute Klumpstreu bildet trockene, feste Klumpen, die sich sauber herauslösen lassen.
Was man daraus mitnehmen kann
Die eigene Situation bestimmt, was funktioniert. Wer eine Katze hat, täglich ausschaufelt und einen gut belüfteten Klostandort hat, kommt auch mit einer mittelpreisigen Klumpstreu gut aus. Wer mehrere Katzen hat, einen problematischen Standort oder kaum Zeit zum Ausmisten, braucht eine Streu, die diese Belastung abfängt.
Der Artikel Welches Katzenstreu stinkt nicht – oder zumindest am wenigsten? gibt einen ehrlichen Überblick über die verschiedenen Streutypen und was sie in der Praxis leisten. Und wer wissen möchte, wie sich verschiedene Streuarten nach einem echten Langzeiteinsatz von einer Woche schlagen, findet das im Artikel Katzenstreu im Praxistest.
