Es ist eine dieser Fragen, die man sich anfangs vielleicht nicht stellt. Man füllt Streu ins Klo – so viel, dass es bedeckt ist, und das war’s. Aber wie viel ist eigentlich genug? Und hat die Menge wirklich einen Einfluss auf den Geruch?
Die kurze Antwort: ja, erheblich. Die Füllmenge ist einer der am häufigsten unterschätzten Faktoren bei der Geruchskontrolle. Und der Fehler geht dabei fast immer in dieselbe Richtung: zu wenig.
Was passiert, wenn zu wenig Streu im Klo ist
Wenn die Streumenge zu gering ist, hat der Urin keinen ausreichenden Platz zum Einziehen und Binden. Er saugt sich zwar durch die obere Schicht, aber trifft dann auf den Boden des Klos – und sammelt sich dort in einer dünnen, klebrigen Schicht aus Urin und feuchter Streu, die kaum ausgemistet werden kann.
Dieser Boden ist das eigentliche Problem. Man sieht ihn nicht, weil frische Streu oben drüber liegt. Aber er zersetzt sich kontinuierlich und gibt dauerhaft Ammoniak ab. Egal wie oft man die Klumpen oben herausschaufelt – der Boden arbeitet still weiter.
Wer diesen Effekt einmal beobachten möchte, muss das Klo nur einmal komplett leeren und sich den Boden ansehen. Wenn sich dort eine dunkle, harte Kruste gebildet hat, ist das der direkte Beweis für zu geringe Streumenge über längere Zeit.
Wie viel Streu ist sinnvoll?
Bei Klumpstreu gilt als Richtwert: mindestens 7 bis 8 Zentimeter Schichthöhe. Das klingt nach viel, entspricht aber in etwa einer Handbreit Streu. Diese Menge stellt sicher, dass Urin vollständig absorbiert werden kann, bevor er den Boden erreicht, und dass sich vollständige, trockene Klumpen bilden – und nicht halbfeste, nasse Reste, die zerbröseln.
Bei grobem Bodenklo kann man die Menge etwas großzügiger bemessen. Bei offenen, flachen Schalen mit geringer Wandhöhe ist die Streumenge naturgemäß begrenzt – hier ist das Klomodell selbst eine Einschränkung.
Für Silikatstreu gelten andere Regeln, weil das Prinzip verschieden ist. Dort geht es nicht um Schichthöhe für Klumpenbildung, sondern um ausreichend Kristalle für die Absorptionskapazität – die Produktangaben des Herstellers sind hier sinnvoll zu beachten.
Mehr Streu kostet mehr – stimmt das wirklich?
Ein verbreiteter Einwand: Mehr Streu bedeutet mehr Verbrauch, höhere Kosten. Das stimmt in der Theorie. In der Praxis ist das Bild differenzierter.
Wer zu wenig Streu einfüllt und das Klo deshalb häufiger komplett wechseln muss – weil die Streu schnell durchfeuchtet ist oder der Boden verschmutzt –, hat keinen Spareffekt. Die Nutzungsdauer der Streu ist kürzer, der Wechselrhythmus höher.
Mit ausreichend Streu bleibt die Füllung länger nutzbar: Klumpen formen sich vollständig, die trockene Umgebungsstreu bleibt sauber, der Komplettwechsel kann weiter hinausgezögert werden. Unter dem Strich ist die verbrauchte Menge oft ähnlich.
Die Streu nachauffüllen oder komplett wechseln?
Viele Katzenhalter füllen regelmäßig etwas Streu nach, wenn sie beim Ausmisten Menge verloren haben. Das ist sinnvoll – aber nur als Ergänzung, nicht als Ersatz für den Komplettwechsel. Wer immer nur nachfüllt, baut auf einer Basis aus alten Rückständen, die sich über Zeit ansammeln.
Spätestens alle zwei bis vier Wochen – je nach Katzenzahl und Streutyp – sollte die gesamte Füllung raus, das Klo gewaschen und frisch befüllt werden. Nur dann startet man wirklich mit sauberer Ausgangslage.
Wie oft das Klo komplett gereinigt werden sollte und was dabei zu beachten ist, erklärt der Artikel zur Reinigungshäufigkeit der Katzentoilette ausführlicher. Und wer wissen möchte, warum das Klo trotz Pflege immer wieder schnell riecht, findet die häufigsten Ursachen im Artikel Was tun, damit das Katzenklo nicht gleich wieder stinkt?
